Fachberatungsstelle Lichtblick feiert ihr 5 jähriges Bestehen
Die Fachberatungsstelle Lichtblick, die beim Caritasverband Sigmaringen verankert ist, feiert ihr fünfjähriges Bestehen. Das ist ein Grund, dem Thema Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen am diesjährigen Jubiläum noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht nur in Großstädten passieren solche Taten, auch im ländlichen Raum und damit auch im Landkreis Sigmaringen.
Die Fachberatungsstelle Lichtblick feierte ihr Jubiläum in einem kleinen Rahmen. Ansgar Kappeler, Leitung Fachberatungsstelle Lichtblick, begrüßte die Gäste und übergab die Worte an den Vorstand des Caritasverbandes für das Dekanat Sigmaringen-Meßkirch e. V., Alexander Sperl, der mit den Worten „Es wäre gut, wenn wir die Beratungsstelle nicht benötigen würden.“, seine Rede begann. Er betonte den enormen Werdegang der letzten fünf Jahre und dankte allen Unterstützer*innen, sowie dem Landkreis Sigmaringen, der durch Hubert Schatz vom Landratsamt vertreten wurde. Positiv zu erwähnen ist, dass durch die Fachberatungsstelle mehr Fälle an den Tag gefördert wurden, sagt Hubert Schatz, Leitung Fachbereich Jugend, Landratsamt Sigmaringen. Auch von seiner Seite wurde nochmals großer Respekt ausgesprochen. „Es sind schwer auszuhaltende Fälle, mit denen das Team von der Fachberatungsstelle tagtäglich zu tun hat und dafür gebührt ein Dank“, fuhr er fort.
Das Team von Lichtblick blickt auf fünf Jahre zurück, die zeigen, dass die Fachberatungsstelle gebraucht, angenommen und gewollt ist. Unter der Leitung von Ansgar Kappeler arbeiten Stephanie Rozek (Beratung), Stefanie Oswald (Beratung, momentan in Elternzeit), Birgit Wetter (Beratung), Ramona Sommer (Beratung ab Oktober) und Judith Gauggel (Büro). Ein eingespieltes Team, voller Wissen und Hingabe, die zusammen ein Ganzes ergeben – das hilft Betroffenen, Fachkräften, Schulsozialarbeiter*innen oder auch Angehörigen und Kontaktpersonen. Egal, ob es Rückfragen sind, Beratung und Begleitung im Vorfeld und während eines Strafverfahrens oder ob es ein akuter Fall ist – hier darf sich jede*r Hilfe und Antworten holen.
Die unwahrscheinliche Dynamik, die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit sich bringt, wird im Team gut aufgefangen und dadurch aushaltbarer, erklärt Ansgar Kappeler. Zunehmende Zahlen zeigen, dass die Fachberatungsstelle eine gute Investition im Landkreis ist und nicht mehr wegzudenken ist. „Diese Arbeit macht man mit Herzblut oder gar nicht“, sagt Teamleitung Stephanie Rozek und macht deutlich, dass Vernetzungsarbeit ein wichtiger Bestandteil der Fachberatungsstelle ist und lobt die Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat, der an diesem Tag mitfeierte. „Es ist wichtig Kinder zu stärken, aber auch die Erwachsenen in die Verantwortung zu nehmen.“, so Rozek weiter.
Die rosaroten Brillen werden genommen
Neben Beratungen ist die Fachberatungsstelle auch an Kindergärten und Schulen unterwegs: Schutzkonzepte, Fachkräfteberatungen und Präventionsangebote stehen hier im Vordergrund. Immer wieder sehen sie, dass Eltern im Hinblick auf die Handynutzung ihrer Kinder nicht ausreichend über Wissen verfügen. Das Team erlebt, dass Kinder in den Bereichen Handyzeit, Altersbeschränkung und einem geschützten Weg ins Internet von ihren Eltern nicht ausreichend begleitet werden. „Der Elternabend hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, dass sexuelle Gewalt jedem passieren kann und dass keine*r davor geschützt ist. Als Eltern möchten wir das Beste für unsere Kinder und gehen in unserer Vorstellung nicht davon aus, dass sexuelle Gewalt in unserem Umfeld oder direkt in unserer Familie passieren kann. Wir gehen jetzt mit offenen Ohren und Augen in den Alltag und reden mit unserer Tochter über das Thema und die Gefahren“, so ein Elternteil aus dem Elternabend.
Hier baut die Arbeit darauf auf, dass Eltern, Fachkräfte und Schüler*innen über Sexualisierte Gewalt wissen und aufgeklärt werden, was im Falle eines Falles gemacht werden kann und muss. Die Schüler*innen können somit darauf vertrauen, dass Fachkräfte und Eltern wissen, wie sie reagieren sollten. In den Schulworkshops kommen die Kinder und Jugendlichen nicht zu kurz: Hier wird gemeinsam kindgerecht erarbeitet, was sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen überhaupt bedeutet, weitere Themen wie Grenzen achten, welche Strategien Täter oder Täterinnen anwenden oder die Gefahren bei „Cybergrooming“ (dabei erschleichen sich erwachsene Täter und Täterinnen im Internet das Vertrauen von Kindern, um sexuellen Missbrauch vorzubereiten) sind ebenfalls Inhalte der Schülerworkshops.
Betroffene benötigen Mut und Zeit
Einer der wichtigsten Teile ist die Beratung. Um einen Anruf oder eine WhatsApp an Lichtblick zu tätigen, benötigt es viel Mut und Zeit, bis sich Betroffene öffnen können und wollen. Hier müssen Hürden angegangen werden, die manchmal unüberwindbar wirken. Das Team von Lichtblick will sich für euer Vertrauen in sie bedanken und euch sagen, dass ihr mutig und stark seid. Hier werdet ihr gehört.
Die Fachberatungsstelle dankt allen Unterstützer*innen, Kooperationspartner*innen und vor allem den Menschen, die ihnen ihr Vertrauen schenken.
Sie benötigen Hilfe, haben Fragen, dann melden Sie sich bei uns:
Fachberatungsstelle Lichtblick, Fidelisstr.1, 72488 Sigmaringen
lichtblick@caritas-sigmaringen.de
07571/ 7301-50
Jubiläumsfeier zum fünfjährigen Bestehen der Fachberatungsstelle Lichtblick gemeinsam mit dem Fachbeirat ,Fachbereichsleiter Hubert Schatz (Leitung Fachbereich Jugend, Landratsamt Sigmaringen) und dem Vorstand des Caritasverbandes Sigmaringen-Meßkirch e. V. Alexander Sperl

