Anvertrautenschutz

 

Caritas als sicherer Ort – Anvertrautenschutz beim Caritasverband Sigmaringen Als Konsequenz der gesellschaftlichen Debatte um sexuelle Übergriffe in kirchlichen Institutionen wurde durch das Erzbistum Freiburg das „Gesetz zur Vermeidung von Gefährdung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen“ (2010 und 2012) und die „Rahmenordnung zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt an minder- jährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der deutschen Bischofskonferenz“ (2010 und 2013) veröffentlicht. Bei der Umsetzung des bischöflichen Auftrags ist die grundlegende Zielsetzung die Gewährleistung des Persönlichkeitsschutzes und der Persönlichkeitsrechte von jungen Menschen, erwachsenen Schutzbefohlenen und Mitarbeitenden. Gleichzeitig soll die Caritas weiterhin ein sicherer Ort sein für die Menschen, die der Caritas anvertraut sind wie auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Gliederungen und Einrichtungen. Diesem Auftrag entsprechend wurden Präventi- onsbeauftragte eingesetzt und Maßnahmen zur Umsetzung des Anvertrautenschutzes ergriffen. Hierzu gehört eine spezifische Verpflichtungserklärung, fachliche Fortbildungen im Bereich Anvertrautenschutz, sowie die Information und Unterweisung von Verantwortlichen und Mitarbeitern, um ein Bewusstsein für die Themen Achtsamkeit und grenzachtender Umgang zu schaffen. Als Grundsatz gilt: Eine gelebte Kultur der Achtsamkeit führt zu einem grenzachtenden Umgang Die bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung von Maßnahmen im Bereich des Anvertrautenschutzes zeigen, dass dies nur vor dem Hintergrund einer Kultur der Achtsamkeit gelingen kann. Grenzverletzendes Verhalten entsteht häu g aus Machtgefällen, Krisen- und Überforderungssituationen, festgefahrenen Bildern, Überzeugungen und Haltungen oder auch aus Neid oder egoistischen Interessen. Somit wird grenzverletzendes Handeln auch zu einem Thema im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mit- arbeitenden oder Mitarbeitenden untereinander. Da Grenzverletzungen häufig bereits im Kleinen stattfinden (z.B. in Form verbaler Übergriffe oder respektlose Umgangsformen), kann die Entwicklung einer Kultur der Achtsamkeit und der Wertschätzung, die aktiv im Alltag gelebt wird, zu einem grenzachtenden und respektvollen Umgang miteinander beitragen. Als Organisation mit christlichen Werten und Traditionen tritt die Caritas ein für die Achtung der Person als Gottes Ebenbild, für Ihre Würde und Unversehrtheit. Auf diesem Hintergrund ist die Kultur der Achtsamkeit bereits ein selbstverständlicher Anspruch und Bestandteil des Selbstverständnisses der Caritas. Konkret zeigt sich der grenzachtende und respektvolle Umgang bereits in alltäglichen Kleinigkeiten, wie beispielsweise einer wertschätzenden Kommunikation oder der Bereitschaft beim Gegenüber vor allem die Stärken zu sehen und ihm etwas zuzutrauen. Der Caritasverband Sigmaringen als sicherer Ort Mit einer Verpflichtungserklärung für Mitarbeitende und Beschäftigte dokumentieren hauptberufliche- und ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) des Caritasverbandes Sigmaringen, dass Sie sich dafür einsetzen Kirche zum einem sicheren Ort für alle zu machen und dass eine Kultur der Achtsamkeit gepflegt wird. Dies gilt natürlich auch für alle Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter - diese dürfen grenzachtenden Umgang erwarten und sind in ihrer Tätigkeit zugleich Mitgestalter dieser Kultur der Achtsamkeit. Die Entwicklung einer solchen Kultur betrifft alle Mitarbeitergruppen und Einrichtungen. Beim Anvertrautenschutz geht es nicht nur um den Schutz vor potenziellen Tätern, sondern darum die Kultur der Achtsamkeit fest in den täglichen Abläufen und Prozessen einzubinden.